Jana Jürß
Aufgewachsen in der DDR - Wir vom Jahrgang
1970 Kindheit
und Jugend Wartberg-Verlag,
2007; 4. Auflage 2010
64
Seiten, gebunden, zahlr. Fotos ISBN
978-3-8313-1770-7
12,90
Euro
Jahrgang 1970
– wir
wuchsen unbeschwert auf, trotz Kalten
Kriegs und Mauer. Wir liebten Westpakete und Westfernsehen ebenso wie
Pittiplatsch und Club-Cola. Wir feierten Sigmund Jähn, freuten
uns mit
Jens
Weißflog und fuhren um die Wette mit Olaf Ludwig.
Friedensfahrt, Stasi
und
Partei – Worte, die uns von klein auf begleiteten, ebenso wie
die
Russen
zum Stadtbild gehörten und das Anstehen in der Kaufhalle
Alltag war.
Wir waren
Pioniere und FDJler, schworen Eide und waren uns sicher, es
würde immer
so
weitergehen. Unsere Kinder fragen
uns einmal oder haben es schon
getan: „Wie war es damals? Was habt Ihr als Kinder gespielt?
Welche
Filme
mochtet Ihr am liebsten?“ Oder unsere Freunde, die in einem
anderen
Deutschen Land aufgewachsen sind, stellen uns diese Fragen. In dem
Moment
beginnen wir zu überlegen, wie war denn unsere Kindheit? Wo
sind wir
groß
geworden? Womit sind wir groß geworden? Welche Musik klingt
uns noch
von dem
Damals heute in den Ohren? Was haben wir gern gegessen? Was und wen
mochten
wir? Dass
wir Kinder des kalten Krieges sind,
haben wir nicht vergessen. Dass wir im Osten die Guten waren und die im
Westen
die Bösen, mit dieser Gewissheit wuchsen wir auf. Wir
sind Kinder der Mauer. Im
Jahre unserer Geburt begann die
Vier-Mächte-Verhandlung über Berlin. Ein Jahr
später bröckelt die Ära
Ulbricht,
er wird von Honecker als Erster Sekretär des ZK der SED
abgelöst. Der
große Freund unseres Landes war die
Sowjetunion, wobei wir den Russen nicht wirklich nahe kamen, obwohl wir
oft nur
wenige Meter entfernt voneinander wohnten. Die
Jahre unserer Kindheit und Jugend
wurden geprägt durch Sigmund Jähn, durch Jens
Weißflog und Katharina
Witt. Wir
feuerten Boris Becker an und wir schwärmten für
Bayern München. Wir
liebten
Winnetou und Old Shatterhand und mit unseren älteren
Geschwistern
hörten wir
die Musik von ABBA. Wir
marschierten am ersten Mai und am
Tag der Republik, wir sangen „Brüder zur Sonne zur
Freiheit“ und
wir tranken Brause. Unsere Eltern waren Mutti und Vati, die fuhren
einen Trabi
und erholten sich am Wochenende in der Laube. Eine Kindheit, wie sie
viele
erlebten, unsere Kindheit als ein Teil der Deutschen Geschichte.