Peter's
Laube
Peters
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Jana Jürß
Peters
Laube
Roman
Wartberg Verlag,
Gudensberg, 2010
ISBN 978-3-8313-2353-1
252
S., 10,90 Euro

Als
die Journalistin Jele die DDR verließ, blieben ihre
jüngere Schwester
Friederike und ihre große Liebe Peter zurück. Lange
nach der Wende
sieht Jele Peter wieder, der in seiner Laube die DDR hat auferstehen
lassen. Und damit nicht genug: Am 7. Oktober, dem ehemaligen
Nationalfeiertag zur Gründung der DDR, besetzt er das Rathaus
und ruft
die DDR wieder aus! Ein anrührender, grotesker, kluger und
witziger
Roman, der zeigt, wie die jahrzehnterlange Teilung Deutschlands die
ganz persönlichen Lebensgeschichten einzelner Menschen
prägen konnte -
in Ost und West.
Leseprobe
Friederike zweifelte merkwürdiger
Weise keinen Moment daran, dass ihr Peter wirklich im Rathaus mit
seiner DDR-Flagge saß und ein neues Land ausrief. Sie hatte
lange
genug gesehen, wie es schlimmer mit ihm geworden war. Die letzten
Wochen, Monate sogar, waren anders. Er hatte wieder begonnen zu
leben. Zwar nicht, so wie sie das Leben verstand, aber er hatte
begonnen, sich wie jemand zu bewegen, dem bewusst war, dass er ein
Mensch ist. Ein richtiger. Mit Wille und Würde und allem drum
und
dran. Sie hatte sich gefreut, dass er nicht mehr so viel soff, dass
er sich wusch und die Laube sauber hielt. Seine allmorgendlichen
Fahnenappelle, seine DDR-Spinnereien gehörten eben zu ihm.
„Frau Voss. Das kann doch alles nicht
wahr sein, was Sie mir hier erzählen. Sie meinen, ein
Ostalgiker
besetzt das Rathaus und hat unseren Bürgermeister in seine
Gewalt
gebracht? Sie verharmlosen ihren Freund zu sehr.“
Martin mischte sich ein: „Friederike,
äh ... .Frau Voss, nun ja, kann schon sein.“
„Das hat der nie allein gemacht.
Niemals. Wir stürmen jetzt die Bude und dann sehen wir
weiter.“
Alle hatten bereits ihre Positionen
eingenommen, nachdem sie mit Schutzwesten und entsprechenden Waffen
ausgestattet worden waren.
„Sie bleiben hier, Frau Voss!“
Zu den anderen: „Wir stürmen. Los“
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